08.10.2015

Ökologische Stadtentwicklung a la Kurz

Nicht zum ersten Mal erklärt uns Dr. Peter Kurz in der Pose des unfehlbaren Stadtoberhauptes seine Wahrheit: „Das größte Stadtentwicklungsprojekt der Nachkriegszeit mit ökologischen Argumenten kippen zu wollen, halte ich für intellektuell unredlich“! Wow ! Gemeint ist der durchgehende Grünzug Nord – Nordost. Ursprünglich konzipiert von Sandhofen über den Käfertaler Wald, über die Taylor Barracks zu den Vogelstangseen und von dort über Spinelli und die Au zum Luisenpark. Inzwischen ist das gigantische Projekt, mit dem Mannheim zur ökologischen Musterkommune aufsteigen wollte, ohne die Coleman Barracks in Sandhofen, ohne den Käfertaler Wald und die Taylor Barracks zu einem Zügchen mutiert, über dessen Anbindung an den Luisenpark aus gutem Grund beharrlich geschwiegen wird. Geblieben ist vom ursprünglichen Konzept allerdings die unbegreifliche Zerstörung des Landschaftsschutzgebietes Au mit ihren Kleingartenanlagen. Im Saldo wird durch diesen Mini – Grünzug in der Au mehr Natur zerstört als auf Spinelli renaturiert. Und es ist ganz wichtig auch dieser Mini – Grünzug ist nicht wirklich durchgehend, sondern wird zwischen den Vogelstangseen und Spinelli durch zwei große Straßenbahntrassen und mehrere Straßen unter anderem durch eine große Ost-west Verbindung stärker zerschnitten und getrennt als durch die angeblich so störende Straße am Aubuckel. Vollkommen übersehen werden außerdem die vielen Sport-, Tennisanlagen und der Reiterverein mitten in diesem Grünzug. Als Spitze der raffiniert verpackten Mogelpackung blendet unser OB vollkommen aus, man könnte auch sagen, er verschweigt es bewusst, dass die geplante Strasse an der Riedbahn mit ihrem großem Lärmschutzwall den sogenannten durchgehenden Grünzug nachweißlich stärker zerschneidet und stört als die existierende Straße am Aubuckel. Da noch von einem durchgehenden Grünzug mit ökologischen Wert zu sprechen ist fast abenteuerlich. Wenig überzeugend und nicht glaubhaft reagiert auch der Vorsitzende des Preisgerichts auf einen eventuellen Verzicht der Straßenverlegung. Ihm kommen die Tränen, wenn er daran denkt, dass ein Kernstück der ökologischen Stadtentwicklung , die Strassenverlegung, unter Umständen nicht kommt. Den viel größeren ökologischen Schaden durch die neue Straße an der Riedbahn nimmt der Gartenarchitekt einfach nicht zur Kenntnis oder verschweigt es geflissentlich. Wer mit solch durchsichtigen, offensichtlich falschen Argumenten ein solch fragwürdiges Projekt mit allen Mitteln, auch unredlichen, auf den Weg bringen will, verliert jede Glaubwürdigkeit und kann nicht wirklich ernst genommen werden. Niemand ist grundsätzlich gegen eine Begrünung von Spinelli. Sie lässt sich aber sehr viel billiger und Natur schonender realisieren. Dafür mit demokratischen Mittel zu kämpfen, ist in einer Demokratie nicht unredlich. Ganz im Gegenteil. Es ist ausdrückliches demokratisches Recht aller Bürger, eigentlich sogar ihre staatsbürgerliche Pflicht, dafür einzutreten, Schaden von unserer Stadt abzuwenden. Wer das nicht, wie unser OB, akzeptieren kann, hat das Wesen der Demokratie, die von kontroversen Diskussion lebt, nicht verstanden und handelt im Kern undemokratisch.

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