24.07.2015

Lasst die geschützten Arten wo sie sind!

Kommentar zum artenschutzrechtlichen Gutachten

Nun wurde es durch den MM veröffentlicht. Es wurden weder die Gemeinderäte noch die Naturschutzverbände vorher informiert. Und es ist sicher kein Zufall, dass das Gutachten erst nach der OB-Wahl veröffentlicht wurde, obwohl es schon am 8. Juni erstellt wurde.
Vermutlich ist es am Ende auch egal, ob ein 2. Bürgerentscheid zur BuGa stattfindet, denn zumindest die Einzelmaßnahmen wie Straßenverlegung, Bebauung etc. sind bis dahin beschlossene Sache. Der Gemeinderat darf wie auch z. B. bei Taylor und Franklin nur noch über vollendete Tatsachen abstimmen.
Das Ergebnis des artenschutzrechtlichen Gutachtens ist erfreulich. Es ist verwunderlich, dass es in Mannheim trotz unnötiger Abholzung von Bäumen und unüberlegter Bebauung noch so viele seltene und sogar vom Aussterben bedrohte Arten gibt. Diesen Tieren die Lebensräume zu erhalten ist wichtiger, als die mit der BuGa-Planung einhergehende Vernichtung derselben.
Was übrigens beim Gutachten gar nicht einbezogen wurde, sind die Flächen außerhalb Spinellis in Käfertal, die heute weitgehend grün sind, aber im Zuge der BuGa-Planungen ebenfalls massiv bebaut werden sollen.
Eine Umsiedlung wird für einige Tiere nicht möglich sein und Umsiedlungen erlaubt das Naturschutzrecht nur dann, wenn keine zumutbaren Alternativen existieren. Die Stadt Mannheim muss deshalb genau prüfen, ob keine Alternativen existieren. Die bloßen wirtschaftlichen Interessen der Bundesgartenschaugesellschaft sind kein ausreichender Grund.
Übrigens wird im Zusammenhang mit dem Gutachten nicht mehr von der BuGa gesprochen, sondern nur noch vom Grünzug.
Die Auslegung des Gutachtens seitens der Stadt ist sehr widersprüchlich: auf der einen Seite soll die Straße verlegt werden, um die vorhandenen seltenen Arten zu schützen (obwohl sie sich offensichtlich auch mit Straße dort angesiedelt oder erhalten haben), auf der anderen Seite wird in Eingriffen in den Lebensraum der geschützten Arten kein Problem gesehen, weil die Tiere ja umgesiedelt werden könnten. Und man weiß auch schon wohin, auf Coleman zwischen die Panzer der Amis.
Zusammengefasst kann man sagen, es wird mehr Natur zerstört, als durch die stark geschrumpfte Mogelpackung Grünzug gewonnen wird.
Die neue Straße geht auch durch den Grünzug und durch die Eingriffe ins Hochgestade, den Riedbahndamm, den geplanten See in der Au, und die durch die Straßenverlegung notwendige Verlegung der ökolologisch wertvollen Kleingärten wird der Lebensraum dieser geschützten Arten zerstört.

Am sinnvollsten wäre, den Lebensraum der seltenen Arten dadurch zu erweitern, dass die Kasernengebäude abgerissen werden und alles andere so bleibt, wie es ist. Letztendlich wäre das alles kostengünstiger und ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in Mannheim.

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